Vom Schaf zur Clutch

Üppige Rohwollberge von allerlei Schäfchen türmen sich rund um uns. Dazu gibt’s Schafmilchseife, warmes Wasser, eine Handbrause, eine gummierte Unterlage und allerlei gute Ratschläge. Wir sind beim Stadt. Land. Leben. Filzkurs, der das uralte Handwerk des Nassfilzens ins Heute holt.

Cornelia Spiegl von der Mostviertler Filzwerkstatt ist ein echter Profi auf dem Gebiet. Sie hat sich ganz der Filzerei verschrieben und zeigt uns heute, wie wir aus den Schafwollbergen schicke Täschchen filzen. Sind Form und Farbe erstmal gewählt und die Schablonen mit feiner Wolle ausgelegt, steht ein mehrstündiges Workout auf dem Programm: Drücken, rollen, reiben, walken – bis die Schultern schmerzen und auch die letzte lose Faser kompakt verfilzt ist. Dann darf sich zumindest die Wolle im Essigbad entspannen. Ein paar letzte Handgriffe und die kunstvollen Werkstücke sind fertig zum Trocknen.

Was das Geheimnis dieses uralten Handwerks ist? “Geduld, Geduld und nochmal Geduld”, schmunzelt Cornelia Spiegl. Filzen entschleunigt, das stellen wir am Ende eines langen, kreativen Tages fest.  Erschöpft, aber zufrieden ziehen die Teilnehmerinnen mit ihren gefilzten Einzelstücken von dannen und einige versichern: Das war nicht das letzte Mal, wir kommen wieder :)